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Historie des Finanzamts St. Goarshausen
zusammengestellt nach Unterlagen des Finanzamts

Die Institution „Finanzamt St. Goarshausen“ wurde offensichtlich am 01.09.1923 gegründet. Dies ergibt sich aus einem Vertrag vom 05.06.1924 zwischen der Stadt St. Goarshausen und dem Reichsfiskus. Mit diesem Vertrag hat die Stadt St. Goarshausen  das von ihr angemietete Gebäude in der Wellmicher Straße 198 (jetzt 35 ) an den Reichsfiskus zur Unterbringung des  Finanzamts untervermietet.
 Die Jahresmiete war auf 4.000 Reichsmark festgesetzt.

In den Jahren 1935/36 wurden erste Überlegungen zur Errichtung eines Neubaues angestellt. Hinsichtlich der Standortfrage wurde auch ein Platz in Oberlahnstein, Südallee, in Erwägung gezogen. Letztendlich hat man sich jedoch für den Standort St. Goarshausen, das seinerzeit Kreisstadt war, entschieden.
Das Gelände wurde von der Stadt St. Goarshausen unentgeltlich zur Verfügung gestellt. Die Stadt hatte auch sämtliche mit dem Eigentumswechsel anfallenden Kosten zu tragen.

Der Vorentwurf und die Bauskizzen wurden im Reichsfinanzministerium Berlin angefertigt. Die Baukosten einschl. Geräte und Fernsprechanlagen waren mit 185.000 Reichsmark veranschlagt. Die erste Ausschreibung von Bauarbeiten erfolgte im „Nassauer Volksblatt“ am 13.12.1936. Das Richtfest fand statt am 11.09.1937. Der Richtschmaus bestand aus: Rippchen mit Kartoffeln, Salat und Gemüse, Bier. Die Belegschaft konnte am Richtfest teilnehmen, mußte allerdings die Kosten für Verzehr selbst tragen. Der beim Richtfest gehaltene Richtspruch ist noch vorhanden. Er enthält u. a. Hinweise auf ein während der Bauzeit eingetretenes Hochwasser mit anscheinend größeren Verlusten an gelagertem Baumaterial und Aussagen über die benötigten Baustoffe (1.200 cbm Kies, 200.000 Ziegelsteine). Die Einweihung des Gebäudes erfolgte am 06.07.1938, der Umzug am 07.07.1938. Außer den Diensträumen waren in dem Gebäude im Laufe der Zeit bis zu 5 Wohnungen untergebracht.

Während des Krieges wurde die Fassade mit einem Tarnanstrich (= grüne Farbe) versehen, da aus der Luft Verwechslungen mit einer Kaserne nicht ausgeschlossen werden konnte. Gegen Ende des Krieges wurde der Dienstbetrieb am 17.03.1945 eingestellt.

Die amerikanischen Streitkräfte besetzten das Gebäude am 26.03.1945 um 17.30 Uhr. Die Vorgänge in der Zeit vom 26.03. bis zum 24.07.1945 wurden von einem namentlich nicht bekannten Angehörigen des Finanzamts in allen Einzelheiten festgehalten.

Am 04.04.1945 wurde der Dienstbetrieb in allerdings stark beschränktem Umfang wieder aufgenommen.
Am 07. und 08.07.1945 mußte das Gebäude geräumt werden. Es diente in der Folgezeit den französischen Streitkräften als Kaserne.

Am 08.07.1945 erfolgte die Verlegung des Finanzamts in das bereits vor Errichtung des Neubaus angemietete Gebäude in der Wellmicher Straße 198.

Das beschlagnahmte Dienstgebäude wurde zum 15.10.1948 durch die Militärregierung wieder freigegeben. Während der Benutzung durch die französischen Streitkräfte sind im Innern des ansonsten im Krieg unversehrten Gebäudes große Schäden entstanden. Die Soldaten haben z. B. auf dem Parkettfußboden Feuerstellen eingerichtet, die z. T. heute noch sichtbar sind.

Nach Durchführung der dringend notwendigen Instandsetzungsarbeiten konnte das Dienstgebäude am 15. und 16.12.1948 wieder bezogen werden.

Im September 1950 bestand die Belegschaft wieder aus 57 Personen (54 Beamte und Angestellte, 3 Arbeiter). Im August 1937 waren zum Vergleich 38 Personen beschäftigt (21 Beamte, 15 Angestellte, 2 Arbeiter).

In den 50er und 60er Jahren fanden keine großen Veränderungen statt.

Die Abgabe der Betriebsprüfungsstelle am 01.01.1972 an das Finanzamt Koblenz leitete eine Phase von
Zuständigkeitswechseln ein, in deren Verlauf das Finanzamt St. Goarshausen in bedeutendem Umfang Aufgaben an andere Finanzämter abtreten mußte.

Im Zuge der Territorialreform wurde am 01.09.1973 das Finanzamt Diez für die Gemeinden Becheln, Fachbach, Frücht,
Miellen und Nievern zuständig.

Der Bereich des Finanzamts St. Goarshausen erstreckt sich nunmehr auf die Stadt Lahnstein und die Verbandsgemeinden Braubach, Loreley und Nastätten.

Es folgte am 01.09.1976 die Abgabe der Körperschaftsteuerstelle und der Kraftfahrzeugstelle an das Finanzamt Koblenz.

Am 01.09.1978 wurde die Finanzkasse ebenfalls an das Finanzamt Koblenz abgegeben.

Obwohl inzwischen nur noch die Hausmeisterwohnung im Dienstgebäude verblieben ist, führte die allgemeine
Aufgabensteigerung in der Finanzverwaltung zu einer nicht vertretbaren räumlichen Enge. Die Verlegung der
Arbeitsamtsdienststelle nach Nastätten gab Gelegenheit, die dadurch frei werdenden Räume im Nachbargebäude Wellmicher Straße 80 ab 01.11.1975 anzumieten.

Über den Höchststand mit 85 Personen im Jahre 1976 ist die Zahl der Beschäftigten inzwischen wieder auf rd. 50 gesunken.

Mit der Lieferung des ersten Datensichtgerätes im September 1980 hielt die elektronische Datenverarbeitung Einzug.
Zu Beginn des Jahres 1988 waren 9 Bildschirme und 3 Drucker im Einsatz. Im Laufe der Jahre wurden nach und nach alle Stellen mit Bildschirmen und Druckern und alle Büros mit bildschirmgerechten Arbeitsplätzen ausgestattet.

Aufgrund der Hochwasser-Situation in St. Goarshausen wurde 1997 im Zuge von umfangreichen Um- und Ausbaumaßnahmen die Heizungsanlage vom Keller in das Dachgeschoß verlegt. Hierbei wurden auch neue Büroräume geschaffen und die Anmietung in der Wellmicher Straße 80 konnte aufgegeben werden.

Zur gleichen Zeit erfolgte die Alphabetisierung in den Arbeitsgebieten der Veranlagung.

Die im Jahre 1999 begonnene Ausstattung der einzelnen Arbeitsgebiete mit PC ist seit Januar 2001 abgeschlossen.

Durch die Zentralisierung des Erhebungsverfahrens bei der rheinland-pfälzische Finanzverwaltung von bisher 13 Finanzkassen auf 4 Zentralkassen wurden die Finanzkasse Neuwied und Koblenz in der Zentralkasse Montabaur fusioniert. Ab 01.09.2000 werden die Kassengeschäfte des Finanzamts St. Goarshausen von der Zentralkasse Montabaur vorgenommen. 

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