Steuererklärung

Was Arbeitnehmer für die Steuererklärung 2018 wissen sollten

Verlängerte Abgabefrist aber strengere Regelung für Verspätungszuschläge
Bürger, die nicht steuerlich beraten werden, haben in Rheinland-Pfalz bereits seit letztem Jahr zwei Monate mehr Zeit, ihre Steuererklärung abzugeben: Die Einkommensteuererklärung für das Jahr 2018 kann bis zum 31. Juli 2019 abgegeben werden.
Arbeitnehmer müssen aufpassen: Liegt ein Pflichtveranlagungsfall vor, so muss die Abgabefrist zum 31. Juli beachtet werden. Wer dagegen nicht zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung verpflichtet ist, hat dafür vier Jahre Zeit.

Beispiele:
Bei den Eheleuten Muster ist der Mann der Alleinverdiener (Steuerklasse III). Sie stellen einen Antrag auf Durchführung einer Einkommensteuerveranlagung, weil sie Fahrtkosten von 1.500 Euro und Spenden von 300 Euro von der Steuer absetzen wollen. Weil es sich um eine Antragsveranlagung handelt, kann der Antrag bis zum Ablauf der Festsetzungsfrist für das Jahr 2018 bis zum 31.12.2022 gestellt werden.

Bei den Eheleuten Mayer haben beide Arbeitslohn bezogen; Frau Mayer hat Steuerklasse III und Herr Mayer Steuerklasse V. Es handelt sich um einen Pflichtveranlagungsfall; die Abgabefrist ist hier der 31. Juli des Folgejahres.

Der ledige Thomas war bis 31. März 2018 arbeitslos und erhielt Arbeitslosengeld. Ab 01. April bis zum Ende des Jahres bezog er Arbeitslohn von monatlich 2.900 Euro. Weil das Arbeitslosengeld dem Progressionsvorbehalt unterliegt, handelt es sich um einen Pflichtveranlagungsfall mit einer Abgabeverpflichtung bis 31. Juli des Folgejahres.

Wer Fragen dazu hat, ob sein Fall ein Fall für die Antrags- oder Pflichtveranlagung ist, sollte sich in Zweifelsfällen an das Finanzamt wenden.

Verspätungszuschläge: Neu ist ab der Steuererklärung für das Jahr 2018, dass die Festsetzung eines Verspätungszuschlags grundsätzlich nicht mehr im Ermessen des Finanzamts liegt. Der Verspätungszuschlag wird automatisch festgesetzt, wenn eine Erklärung nicht pünktlich abgegeben wird.
Der Zuschlag beträgt mindestens 25 Euro für jeden angefangenen Monat der eingetretenen Verspätung.
Nur wer rechtzeitig eine Verlängerung mit plausiblem Grund beantragt, kann dies vermeiden.

Belege nur noch auf Nachfrage des Finanzamts erforderlich
Auf die Einreichung von Belegen mit der Steuererklärung wird grundsätzlich verzichtet. Das Finanzamt fordert die Belege im Einzelfall an, wenn dies für die Prüfung der Steuererklärung erforderlich ist.
Aber aufgepasst: Die Belege sind bis zum Ablauf der Einspruchsfrist (ein Monat nach Erhalt des Steuerbescheids) aufzubewahren. Denn das Finanzamt kann die Unterlagen im Bedarfsfall anfordern und prüfen, ob alles korrekt angegeben ist. Eine Besonderheit gilt bei Bescheinigungen für Spenden und Mitgliedsbeiträge an als gemeinnützig anerkannte Vereine und Einrichtungen: Diese müssen bis zu einem Jahr nach Bekanntgabe des Bescheids aufbewahrt werden, wenn sie nicht zuvor vom Finanzamt angefordert wurden.

Außergewöhnliche Belastungen
Wenn Aufwendungen für Zahnersatz, eine Brille oder Medikamente nicht von der Krankenkasse übernommen werden, können sie als außergewöhnliche Belastungen steuerlich geltend gemacht werden, sofern sie die „zumutbare Belastung“ übersteigen. Diese richtet sich nach der Höhe des Einkommens, dem Familienstand und der Anzahl der Kinder. Der Bundesfinanzhof hat mit einem aktuellen Urteil (Az: VI R 75/14) die Schwelle etwas niedriger gelegt. Bei einer Familie mit zwei Kindern und einem Gesamtbetrag der Einkünfte von 40.000 Euro beträgt die zumutbare Belastung beispielsweise 1.046 Euro im Jahr. Es kann sich also lohnen, derartige Belege zu sammeln und die Aufwendungen geltend zu machen.
In einer Sonderaktion aller Finanzämter wurde in der zweiten Jahreshälfte 2018 die Zumutbarkeitsgrenze bei außergewöhnlichen Belastungen in allen noch offenen Fällen zugunsten der Bürger überprüft und ggfs. neu berechnet.

Erhöhung des Grundfreibetrags
Der Grundfreibetrag stieg 2018 um 180 Euro auf 9.000 Euro (für zusammen veranlagte Paare 18.000 Euro). Der Grundfreibetrag wird bei der Veranlagung zur Einkommensteuer automatisch berücksichtigt.
Parallel zur Erhöhung des Grundfreibetrags wurde auch der Höchstbetrag für den Abzug von Unterhaltsleistungen für bedürftige Personen auf 9.000 Euro angepasst. Zusätzlich zu diesem Betrag können weiterhin Beiträge zur Basis-Krankenversicherung und gesetzlichen Pflegeversicherung, die für die bedürftige Person übernommen wurden, abgezogen werden.
In der Steuererklärung ist hierfür die Anlage Unterhalt auszufüllen und die Steuer-Identifikationsnummern der unterhaltsbedürftigen Person anzugeben.

Erhöhung des Kindergeldes und der Kinderfreibeträge
Hinzu kommen Verbesserungen gezielt für Familien durch Erhöhungen des Kindergeldes um monatlich 2 Euro je Kind für das erste und zweite Kind auf je 194 Euro, für das dritte Kind auf 200 Euro und für das vierte und weitere Kinder auf je 225 Euro und des Kinderzuschlags für Geringverdiener.

Der Kinderfreibetrag wurde angehoben auf 2.394 Euro (für ein Elternteil) bzw. auf 4.788 Euro (für ein Elternpaar). Die Freibeträge für Kinder (Kinderfreibetrag in Höhe von 4.788 Euro und Freibetrag für den Betreuungs- und Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf in Höhe von unverändert 2.640 Euro) betragen somit zusammen 7.428 Euro je Elternpaar.

Ob der Anspruch auf Kindergeld oder der Abzug der Freibeträge im Einzelfall für den Steuerbürger günstiger ist, wird im Rahmen der Einkommensteuerveranlagung vom Finanzamt geprüft. Dazu muss in der Steuererklärung 2018 die Anlage Kind ausgefüllt werden. Das jeweils günstigere Modell wird automatisch vom Finanzamt berücksichtigt.
Unabhängig von dieser Günstigerprüfung werden die erhöhten Kinderfreibeträge stets bei der Berechnung des Solidaritätszuschlags sowie der Kirchensteuer mit den vollen Jahresbeträgen berücksichtigt. Hier hat sich die Erhöhung für den Bürger bereits im Rahmen des monatlichen Lohnsteuerabzugs im Jahr 2018 positiv ausgewirkt.

Beispiel: Die Eheleute Muster haben 2 Kinder; der Ehemann ist Alleinverdiener mit einem monatlichen Bruttolohn von 3.000 Euro.
Durch die Anhebung des Grundfreibetrages, die allgemeinen Tarifänderungen und die Erhöhung des Kindergeldes hatten die Musters in 2018, gegenüber dem Vorjahr, rund 170 Euro mehr in der Haushaltskasse.

Steuerfreistellung der Betrieblichen Altersversorgung und Riester-Förderung verbessert
Mit dem sogenannten Betriebsrentenstärkungsgesetz hat der Gesetzgeber ab dem Jahr 2018 die Steuerfreistellung von Beiträgen des Arbeitgebers zur betrieblichen Altersversorgung (Pensionsfonds, Pensionskassen und Direktversicherungen) deutlich ausgedehnt. Dies gilt sowohl für die laufenden Beiträge des Arbeitgebers als auch für Nachzahlungen, wenn z. B. durch Elternzeit eingetretene Versorgungslücken geschlossen werden sollen.
Der steuerfreie Höchstbetrag in der kapitalgedeckten betrieblichen Altersversorgung wurde auf 8 % der Beitragsbemessungsgrenze zur gesetzlichen Rentenversicherung angehoben. Für 2018 betrug damit das steuerfreie Volumen 6.240 Euro.
Die Entgeltumwandlung (z.B. von freiwilligen Sonderzuwendungen des Arbeitgebers) in steuerfreie Beiträge zur betrieblichen Altersversorgung ist weiterhin möglich.

Im Bereich der privaten Altersvorsorge wurde die Grundzulage für die Riester-Förderung 2018 von 154 Euro auf 175 Euro angehoben. An der Höhe der zusätzlichen Zulage von 300 Euro für nach dem 31.12.2007 geborene Kinder und 185 Euro für vor dem 01.01.2008 geborene Kinder ändert sich nichts. Der zusätzliche Sonderausgaben-Höchstbetrag für Beiträge zu Riester-Verträgen beträgt unverändert 2.100 Euro.

Vorsorge fürs Alter und Rentenbesteuerung
Für das Jahr 2018 können sich maximal 23.712 Euro für Alleinstehende bzw. 47.424 Euro für Ehepaare / eingetragenen Lebenspartner als Beiträge zur Altersvorsorge im Rahmen des Sonderausgabenabzugs steuermindernd auswirken. Aber diese Beiträge wirken sich - bedingt durch eine im Alterseinkünftegesetz verankerte Übergangsregelung - 2018 „nur“ in Höhe von 86 % steuermindernd aus.
Die Förderhöchstgrenze steigt bis zum „Vollabzug“ im Jahr 2025 schrittweise und beträgt in 2019 88 % (Höchstbetrag 24.305 Euro / 48.610 Euro).
Zu den absetzbaren Kosten für die Vorsorge im Alter zählen vor allem Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung, berufsständischen Versorgungseinrichtungen und zur Basisrente (sog. „Rürup-Rente“).
Im Gegenzug steigt der steuerpflichtige Anteil der Rente: Für neue Rentenjahrgänge ab dem Jahr 2018 ist dieser von 74 auf 76 Prozent gestiegen. Somit bleiben 24 % der vollen Bruttojahresrente steuerfrei. Bei Bestandsrenten bleibt der bereits festgesetzte steuerfreie Rentenanteil bestehen.

Haushaltnahe Dienstleistungen und Handwerkerleistungen: Steuerermäßigung gelten weiterhin
Handwerkerleistungen wie z. B. Renovierungsarbeiten und Reparaturen im eigenen Haushalt oder die Wartung der Heizungsanlage können weiterhin in der Steuererklärung angegeben werden. Begünstigt sind stets nur Aufwendungen für Arbeitsleistungen (Lohnkosten), einschließlich der in Rechnung gestellten Maschinen- und Fahrtkosten, nicht der Materialaufwand. Gefördert werden 20 % dieser Aufwendungen, höchstens 1.200 Euro jährlich. Außerdem muss eine Rechnung vorliegen und die Zahlung auf ein Konto des Handwerkers oder Dienstleisters erfolgen.

Beispiel: Ein Malermeister tapeziert zwei Räume der vom Steuerzahler selbstgenutzten Wohnung. Die Rechnung beläuft sich auf 2.000 Euro zzgl. 19 % Umsatzsteuer (380 Euro). Der ausgewiesene Anteil des Arbeitslohns beträgt 50 %, also 1.190 Euro (inkl. Umsatzsteuer) und ist in dieser Höhe im Mantelborgen einzutragen.
Von den 1.190 Euro können 20 % = 238 Euro als Steuerermäßigung geltend gemacht werden. Der Betrag wird direkt von der Einkommensteuer abgezogen.

Ähnliches gilt für haushaltsnahe Dienstleistungen, einschließlich Pflege- und Betreuungsleistungen (z. B. Gartenpflegearbeiten oder die Beauftragung eines Kehr- und Schneeräumdienstes). Hier gilt jedoch eine gesonderte jährliche Höchstgrenze von 4.000 Euro für den steuerlichen Abzug. Für die Beschäftigung von Minijobbern im Privathaushalt (z. B. die Putzhilfe) können ebenfalls 20 % der Aufwendungen steuermindernd berücksichtigt werden, die Höchstgrenze beträgt jedoch 510 Euro.
Voraussetzung für den Steuerabzug ist auch hier stets das Vorliegen einer Rechnung bzw. des Nachweises der Minijob-Zentrale und die Bezahlung auf ein Konto des Leistungserbringers.
Eine Auflistung der begünstigten Leistungen findet sich auf der Internetseite des Bundesfinanzministeriums: www.bundesfinanzministerium.de – hier unter „BMF-Schreiben / Schreiben vom 09.11.2016“.

Grenze für geringwertige Wirtschaftsgüter steigt
Für berufliche oder betriebliche Zwecke angeschaffte Gegenstände (z. B. Werkzeuge, Computer oder Einrichtungsgegenstände) können ab dem Jahr 2018 schneller bei der Steuer abgesetzt werden. Ab 2018 können Gegenstände bis zu einem Nettobetrag von 800 Euro (952 Euro brutto) direkt im Jahr des Kaufs in voller Höhe als Werbungskosten oder Betriebsausgaben in der Einkommensteuererklärung geltend gemacht werden. Bisher galt hier ein Betrag von netto 410 Euro.

Beispiel:
Wer einen Laptop für 720 Euro erworben hat, konnte bisher lediglich die Anschaffungskosten, in der Regel gestreckt über drei Jahre, geltend machen. Bei einem beruflichen Nutzungsanteil von beispielsweise 50 % waren somit bisher 360 Euro steuerlich absetzbar, das heißt jährlich konnten 120 Euro (monatlich 10 Euro) abgeschrieben werden. Ab dem Jahr 2018 ist der Betrag von 360 Euro voll absetzbar und zwar direkt im Jahr der Anschaffung, wobei der Monat der Anschaffung in diesem Fall keine Rolle spielt.

Wichtig: Die 800 Euro Schwelle gilt für jedes selbstständig nutzbare Wirtschaftsgut neu, kann also mehrfach genutzt werden.
Für Unternehmer gibt es zudem Änderungen bei der Sammelposten-Abschreibung. Die Wertgrenze wurde von 150 Euro auf 250 Euro angehoben.


Viele Rheinland-Pfälzer erhalten Steuererstattung
Der überwiegende Teil der Bürger, die eine nichtselbstständige Tätigkeit ausüben, kann mit einer Erstattung rechnen. Die durchschnittliche Steuererstattung lag dabei bei 974 Euro. Besonders häufig waren laut Statistischem Bundesamt Rückerstattungen zwischen 100 und 1 000 Euro (59 %).
Insgesamt gibt es in Rheinland-Pfalz rund 1,4 Millionen Einkommensteuerfälle. Davon entfallen rund 779.000 auf den Bereich der nichtselbstständigen Tätigkeit (Arbeitnehmer).
Auch Arbeitnehmer, die nicht verpflichtet sind, eine Einkommensteuererklärung abzugeben, sollten sich mit einem Antrag auf Durchführung einer Einkommensteuerveranlagung mögliche Erstattungen sichern. Denn Aufwendungen, wie beispielsweise Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte, außergewöhnliche Belastungen und Vorsorgeaufwendungen oder Handwerkerrechnungen, die steuerermäßigend geltend gemacht werden können, können zu einer Steuererstattung führen. Spätestens vier Jahre nach dem Ende des jeweiligen Kalenderjahres ist für diese Anträge Ende der Abgabefrist. Die Erklärung für das Jahr 2015 muss daher spätestens bis zum 31. Dezember 2019 beim Finanzamt vorliegen.

Finanzämter empfehlen elektronische Übermittlung der Steuererklärung
Auch Bürger, die noch nicht zur elektronischen Abgabe ihrer Steuererklärung gesetzlich verpflichtet sind, werden gebeten, ihre Steuererklärungen künftig elektronisch an ihr Finanzamt zu übermitteln. Hierzu stehen neben den kostenlosen Programmen der Finanzverwaltung „Mein ELSTER“ (www.elster.de) auch Programme aus dem Handel zur Verfügung. Eine Liste der Softwareprodukte, die ELSTER unterstützen, ist im Internet unter www.elster.de/elsterweb/softwareprodukt aufrufbar.
Die Bearbeitungsdauer im Finanzamt ist nicht nur schneller als die der in Papierform abgegebenen Steuererklärung, sondern bietet Vorteile wie die vorausgefüllte Steuererklärung (Belegabruf), die Prüfung der Angaben auf Plausibilität und die Berechnung der Steuererstattung bzw. -nachzahlung.

Finanzbeamte bieten Volkshochschulkurse zum Thema „ELSTER – Elektronische Steuererklärung
Um auch außerhalb der Dienstzeiten die Möglichkeit zu bieten, die Erstellung der Steuererklärung mit Hilfe des Computers zu erlernen, bieten Finanzbeamte, so zum Beispiel im Raum Koblenz / Neuwied, Volkshochschulkurse an (aktuell an der VHS Weißenthurm sowie der VHS Neuwied).

 

Ausblick auf die Steueränderungen ab 2019 und die kommenden Jahre

Weitere steuerliche Entlastungen
Der Grundfreibetrag steigt 2019 um weitere 168 Euro auf nun 9.168 Euro. Für zusammen veranlagte Paare sind dies 18.336 Euro. Erst ab einem zu versteuernden Einkommen in dieser Höhe werden Steuern fällig.

Der Kinderfreibetrag wird um 192 Euro auf 4.980 Euro (2.490 Euro bei einem Elternteil) angehoben. Zusammen mit dem Freibetrag für Betreuung und Erziehung oder Ausbildung können Eltern dann 7.620 Euro je Kind steuerlich geltend machen.

Das Kindergeld wird ab 1. Juli 2019 ebenfalls nochmals erhöht und zwar um zehn Euro im Monat je Kind. Für die ersten beiden Kindern sind dies dann je Kind und Monat 204 Euro, für das dritte Kind 210 Euro und ab dem vierten Kind jeweils 235 Euro.

Unterhalt
Für 2019 erhöhen sich die Unterhaltsaufwendungen an bedürftige Personen, die als außergewöhnliche Belastungen geltend gemacht werden können, um 168 Euro auf maximal 9.168 Euro.

Steuerfreies Jobticket und Fahrtkostenzuschüsse
Fördert der Arbeitgeber, zusätzlich zum gezahlten Lohn und Gehalt, die Fahrten zur Arbeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln (dies gilt für Barzuschüsse sowie für Sachleistungen, wie das sog. Jobticket oder eine Bahn-Card), müssen diese Arbeitgeberleistungen nicht mehr versteuert werden. Der geldwerte Vorteil für ein Jobticket wird zudem nicht mehr auf die monatliche 44-Euro-Freigrenze für Sachbezüge angerechnet, so dass diese Freigrenze für andere Sachleistungen des Arbeitgebers (z. B. Benzingutscheine) ausgeschöpft werden kann. Die Steuerbefreiung gilt nur für Fahrten zur Arbeit, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln im Linienverkehr durchgeführt werden; sie kommt nicht bei Benutzung eines Taxis, Mietwagens oder privaten PKW des Arbeitnehmers zur Anwendung.

Aber aufgepasst: Die steuerfreien Arbeitgeberleistungen mindern die beim Arbeitnehmer als Werbungskosten zu berücksichtigende Entfernungspauschale.

Beispiel: Der Arbeitgeber stellt dem Arbeitnehmer ein monatliches Jobticket zur Verfügung. Der geldwerte Vorteil von monatlich 40 Euro ist steuer- und sozialversicherungsfrei; er mindert jedoch in Höhe von 480 Euro jährlich (12 x 40 Euro) die Entfernungspauschale. Bei einer angenommenen einfachen Entfernung zur Arbeit von 15 km und 200 arbeitstäglichen Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln im Jahr verbleiben dem Arbeitnehmer abziehbare Werbungskosten von 420 Euro (Entfernungspauschale: 200 Tage x 15 km x 0,30 Euro = 900 Euro abzüglich 480 Euro steuerfreies Jobticket).

Nutzt ein Arbeitnehmer ein kostenfrei zur Verfügung gestelltes Dienstfahrrad oder E-Bike (Pedelec), so ist auch hier der geldwerte Vorteil steuerfrei. In diesem Fall wird der geldwerte Vorteil jedoch nicht auf die Entfernungspauschale angerechnet.

Kalte Progression
Um der sogenannten „kalten Progression“ entgegen zu wirken, werden die Tarifeckwerte des Einkommensteuertarifs auch 2019 zugunsten der Bürger verschoben (um 1,84 %).
Damit soll ein Ausgleich zur Inflation geschaffen werden.
Von „kalter Progression“ spricht man, wenn Lohn- und Gehaltssteigerungen nur die Inflation (Kostensteigerung) ausgleichen, es aber wegen der mit höheren Einkommen steigenden Steuersätze dennoch zu einer Steuermehrbelastung kommt.

 

 

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